OFFROADSTICKER
Grafische Dienstleistungen Johannes Zaehrl
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A walk on the wild side

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Das bedeutet eingefahrene Wege zu verlassen, Grenzen und Ängste zu überwinden und sich so für neue Eindrücke zu öffnen. Nirgendwo gelingt mir das so gut wie in der Wüste und nirgendwo habe ich mehr über mich selbst erfahren als bei meinen Reisen durch die Sahara. Allerdings erfährt man auch nirgendwo mehr über das wahre Wesen der Mitreisenden! Unter durchaus nicht ungewöhnlichen Stressbedingungen, wie nach Tagen mit großer Hitze und zusätzlich auftauchenden Problemen, z.B. des Defektes an einem Fahrzeug oder der zufälligen Entdeckung eines leckgeschlagenen Trinkwasserbehälters, fallen die Hüllen der Zivilisation recht rasch und legen die wahre Persönlichkeit gnadenlos und ungefiltert frei. Freundschaften und Beziehungen, die im sicheren, kontrollierten Umfeld der heimatlichen "Zivilisation" möglicherweise seit vielen Jahren ganz wundervoll funktionieren, können sich, bei 40 Grad und nach stunden-
langem, gemeinsamen Freischaufeln in der prallen Sonne eines nach einem Fahrfehler in einem Dünentrichter festsitzenden Fahrzeuges, schlagartig und nachhaltig in einen Alptraum verwandeln.

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Allerdings gilt erfreulicherweise auch der Umkehrschluss: Reisebegleiter, die auch in schwierigen und kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, sind durchaus nicht selbstverständlich und daher ungemein wertvoll. Und Sympathien, die derartige Belastungen überstehen, erweisen sich auch zu Hause als "heavy-duty". Ich habe die wundervolle Erfahrung gemacht, dass aus sympathischen Mitreisenden auch wertvolle Freunde wurden.

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Bild oben v.l.: Leo "Der Kommissar" aus Nord-Ungarn und Marcus "Le Docteur" (DO1DOC) sowie meine Wenigkeit (DL9NEF).

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Bild oben: "The Good, the Bad and the Ugly" Herbst 2007 in Tunesien. V.l.n.r.: Wolfgang "The Bad", Basti "The Good" und meine Wenigkeit als "The Ugly".

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Bild oben: Ein Naturtalent am Volant. Sind Frauen vielleicht doch die besseren Offroader? Jederzeit wieder, Sabrina!

Gerhard Fischer, ein wahrer Offroad-Pionier (und ebenfalls Funkamateur: DK1FG), der bereits seit mehr als 40 Jahren vorwiegend in Afrika unterwegs ist, hat mir vor unserer ersten gemeinsamen Reise prophezeit, es gäbe lediglich zwei Möglichkeiten für mein Verhältnis zur Wüste und zu Afrika. Entweder nach einer ersten Reise nie mehr zurückzukehren oder aber hoffnungslos und auf ewig dem Sand und diesem Kontinent verfallen zu sein.

Und er behielt recht, es gibt diesbezüglich keine Grauzone!

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Bild oben: Gerhard (DK1FG) ist mein Lehrmeister und Vorbild in Sachen "Offroad". Diesem routinierten Wüstenfuchs macht im Sand niemand etwas vor, sein feines Gespür für die Bodenbeschaffenheit und seine souveräne Routenwahl sind einfach einmalig und über jeden Zweifel erhaben. Von ihm durfte ich lernen, wie man ein Auto auch abseits befestigter Straßen sicher und materialschonend bewegt. Ich denke, er hat seinen Lehrauftrag ganz gut erfüllt...
und vielleicht kann ich ja auch noch etwas zu ihm aufholen; ich arbeite jedenfalls fest daran ;)
Vielen Dank, Gerhard!

Die nun folgenden Bilder sind der Versuch meine Begeisterung nachvollziehbar zu machen. Aber sehen und urteilen Sie selbst:

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Bild oben: Sonnenuntergang am für mich (bisher) schönsten Platz der Welt, eine Hochebene, etwa 100 km südlich von El Borma (Tunesien). Der sichtbare Horizont liegt bereits in Algerien.

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Bild oben: Jetzt nutzt es nichts mehr - vorher hätte es ein wenig mehr Gas gebraucht! Weitergraben macht nur mehr Arbeit beim Freischaufeln, sieht aber auf Fotos gut aus. Die unten Wartenden danken es!

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Bild oben: Das sieht so harmlos aus von außen und ist es im Grunde genommen auch! Aber vom Auto aus ist man überzeugt, geradewegs senkrecht nach unten zu fahren...

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Bild oben: Von wegen altes Eisen! Wolfgang beseitigt hier gerade allerletzte Restzweifel an der Leistungsfähigkeit seines mit der Kraft von 90 Wildpferden getriebenen TOYOTA BJ45. Hut ab!

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Bild oben: Schneller, höher , weiter! Immer einen Zacken flotter unterwegs der Basti! Hier verleiht er einem betagten HZJ80 in den Dünen bei Ksar Ghilane Flügel. Hübsch anzusehen!

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Bild oben: Müde aber glücklich am Ende einer anstrengenden Tagesetappe: Wolfgang, Tahar und Basti.

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Bild oben: Perfekt eingesandet - jetzt ist kollektives Schaufeln angesagt. Der Sand war an dieser Stelle nicht nur weich und locker, sondern auch sehr feucht (Tunesien, Sperrgebiet an der Grenze zu Algerien; Frühjahr 2007). Das ergibt eine tückische, schmierige Pampe, aus der man sich, einmal hineingeraten, nicht so leicht befreit.

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Bild oben: Das war echt nicht ohne! Starker Sandsturm erschwerte die Orientierung zusätzlich während der wirklich steilen Abfahrt und erforderte viel Konzentration von allen Reiseteilnehmern (Süd-Tunesien Sperrgebiet, Ostern 2007). Für alle Zweifler: Das Foto gibt die tatsächlichen Verhältnisse wieder und ist, wie übrigens alle Bilder auf meiner Website, nicht manipuliert um z.B. ein dramatischeres Gefälle vorzugaukeln.

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Bild oben: Alles klar, Herr Kommissar? Mein Freund Leo, gewohnt souverän, bei einer Steilabfahrt.

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Bilder oben: So viel Regen gab es wohl noch nie in diesem Teil der Wüste. Ksar Ghilane (Tunesien) im Herbst 2007.


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Bild oben: Am allersüdlichsten Punkt Tunesiens, in der Nähe von Borj el-Khadra (Algerien) - eine unglaublich weite Ebene im südlichen Grenzgebiet zu Algerien und Libyen. Das sieht echt locker aus zu Befahren - und das ist es unter Umständen auch tatsächlich: Wehe demjenigen, der leichtsinnigerweise die Hauptspuren verlässt! Unvermittelt in die Ebene eingestreute, ausgedehnte Fesch-Fesch-Abschnitte (Sand so fein und so pulverig wie Gips oder Mehlstaub und so wirksam wie ein ausgeworfener Anker!) sorgen bei argloser Routenwahl für viel Schaufeln und ausgedehntes Blechen...lästig, lästig!

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Bild oben: August ist nicht die optimale Reisezeit für Marokko; bei 43 Grad sucht man gerne zum Rasten ein Plätzchen im Schatten. Aber wir waren nicht die Ersten unter dem Baum: Ein junger Mann machte dort bereits Mittagspause - ´zig Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt und unterwegs mit dem Fahrrad…die Radlerei auf dem doch recht weichem Sand muss eine üble Plackerei gewesen sein. Wir haben ihn eingeladen mit uns zu essen und seinen bereits sehr überschaubar gewordenen Wasservorrat wieder aufgefüllt.

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Bild oben: Er wollte halt den Touristen die er aus Djerba "eingeflogen" hatte etwas ganz Besonderes bieten. Nun, das ist ihm (ganz rechts) damit ja auch gelungen! Aber wir hatten ihn schnell wieder mobilisiert, wofür er sich in perfektem Deutsch und mit einer Einladung zum Tee bedankte! (Tunesien/Ksar Ghilane, Herbst 2007)

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Bild oben: Die "Blattfeder-Gang" ist glücklich: Sie darf mal wieder im Sandkasten spielen!

In diesem Sinne:"Keep the rubber side down!"

Fotos: Brita (?), Wolfgang Lindackers, Frederick Taer, Axel Vetter, eigen.

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